Wenn das Unternehmen wüsste, was es alles weiß

03.02.2022
Wenn das Unternehmen wüsste, was es alles weiß

Organisiertes Wissen – die Keimzelle guter Geschäfte im Unternehmen

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) scheuen sich vor einem Invest in das strukturierte Lernen und Entwickeln der Mitarbeitenden. Es fällt äußerst schwer, das Bewusstsein zu erlangen, selbst zur lernenden Organisation zu werden. Schnell befinden sich Führungskräfte und Mitarbeitende im Spannungsfeld „Umsatzerbringung versus Lernaufwand“. Dabei vergessen viele, dass ein sauber organisiertes Lernen im Unternehmen mehrere Hebelwirkungen zur Umsatzsteigerung beinhaltet.

Dr. Tim Lopez erläutert in seinem Gastbeitrag, wie die Overather gicom AG das Wissensmanagement zur Verbesserung der Businessperformance einsetzt. Er gibt Ihnen drei einfache Tipps, mit denen Sie Wissen und Lernen in Ihrem Unternehmen ganz einfach umsetzen können!
Als ich vor etwas mehr als drei Jahren in meiner Rolle als Head of Education and Training bei der gicom AG startete, war mir die Tragweite dieser neugeschaffenen Rolle noch nicht bewusst. Heute weiß ich: Das ist einer der spannendsten Jobs überhaupt.

„Education“ beschreibt den statischen Wissenstransfer (Wissensvermittlung in der Aus- & Weiterbildung) in der Company, also „WAS“ ein Mitarbeitender an generischem Fachwissen benötigt. „Training“ beschreibt das „WIE“: Wie ich auf Basis des theoretischen Wissens meine fachlichen Herausforderungen im Arbeitsalltag bewältigen kann (Wissenstransfer und Wissensanwendung in der Arbeitspraxis). Meine Rolle bringt das WAS und das WIE zusammen.

Arbeiten ist Lernen und Lernen ist Arbeiten – oder wie können Wissensmanagement und Lernerfahrung zum Schlüssel des Unternehmenserfolgs werden?

Wir benötigen eine lernende Organisation. Zumindest sollte die Bereitschaft bestehen, sich zu einer solchen zu entwickeln. Bei der gicom AG nehmen wir den individuellen Mitarbeitenden mit seinem Wissen und seinem Können in den Fokus. Die Mitarbeitenden sollen in der lernenden Organisation mögliche Entwicklungspfade beschreiten und diese auch aktiv mitgestalten. Dies kann sowohl auf vertikalen Pfaden über aufeinander aufbauenden Rollen im Unternehmen als auch horizontal über die fachliche Tiefe geschehen. Dabei wird das Ziel verfolgt, Handlungsweisen zu ändern, sich neue anzueignen und diese in die tägliche Arbeit zu integrieren. Das Ergebnis dieses Prozesses ist Erfolg. Dabei steuert der Lernfortschritt die persönliche wie die berufliche Entwicklung. Education & Training ist somit eine Kombination aus Wissensmanagement und Personalentwicklungsmaßnahmen. Damit wird die Businessperfomance einzelner in deren Rollen und somit mittelbar die des gesamten Unternehmens gesteigert.

3 Tipps, wie man mit Education & Training die Businessperformance verbessert.

Um fachliches, methodisches, soziales oder persönliches Learning zu forcieren, bedarf es zunächst keines großen externen Aufwands. Bereits kleine, nach innen gerichtete Schritte versprechen Erfolg. Hier drei Tipps, wie Sie gemeinsam mit dem Mitarbeitenden und der Organisation den Kick-off und erste Quick-Wins umsetzen:

Erstens:  Führen Sie ein Tutoren- oder Mentorenprogramm ein. Das ist insbesondere in KMUs, wo es meist nur einige wenige Wissensträger gibt, ganz entscheidend. Dies bedeutet nichts anderes, als dass erfahrene Mitarbeitende (Wissensträger) den anderen Mitarbeitenden mit ihrem fachlichen Erfahrungsschatz und Wissen begleiten. Anders gesagt, bringen Sie Erfahrung mit Talenten zusammen, und zwar längerfristig. Führen Sie dabei regelmäßige und engmaschige Feedbackschleifen ein. Diese bewerten den Lernfortschritt im Fachwissen und die Methoden- und Sozialkompetenzen im Schlaglicht des jeweiligen Business Cases.

Zweitens:  In jedem Unternehmen gibt es die verschiedensten Wissenssegmente: Fachwissen, Branchenwissen, Kundenwissen, Prozesswissen, Produktwissen, Methodenwissen etc. Machen Sie sich die Mühe und strukturieren Sie dieses Unternehmens-Knowledge in einem Curriculum oder mehreren Curricula (Lehrplan/-plänen). Entgegnen Sie dem Sinnspruch: "Wenn das Unternehmen wüsste, was es alles weiß". Reviewen Sie diese Curricula regelmäßig und stellen Sie die Inhalte für Ihre Mitarbeitenden über verschiedene Anlässe (z.B. Onboarding neuer Mitarbeiter), Tools (z.B. Unternehmenswiki) und Systeme (z.B. ein Lern-Management-System) zur Verfügung. Gleichen Sie das statische Wissen mit den dringendsten Fragestellungen aus der Perspektive Ihrer Kunden oder Ihres Projektsponsors ab. Gestalten Sie im Anschluss ein Transferwissen-orientiertes-Training, z.B. wie wird mein Produkt/meine Dienstleistung aus Kundensicht betrachtet/genutzt?

Drittens:  Machen Sie aus Wissenden Könnende! Das ist sicherlich die Königsdisziplin. In Ihrem Betätigungsfeld oder in Ihrer Branche geht dies nur über Erfahrung? Versuchen Sie offene Flanken im Können Ihrer Mitarbeitenden durch viel Praxis- oder Projekteinsatz zu schließen. Dabei muss es möglich sein, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Leidet dabei die Reputation vor dem Kunden oder die Qualität Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung? Dann gehen Sie den Weg über vorausschauendes Denken, also Antizipation. Welche Problemstellungen sind diejenigen, mit denen Sie durch das Beschreiben und Lösen antizipatorisches Denken vermitteln? Führen Sie die Mitarbeitenden bis zur Grenze des individuellen Wissens und Könnens. Antizipation kann dabei unterstützen, die Lücken zu schließen und es erwächst das Selbstbewusstsein, die eigenen Wissensgrenzen zu erweitern.

Hat der Artikel Ihr Interesse geweckt? Ich freue mich auf spannende Diskussionen - hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar oder ein Like. Oder direkt eine Mail?
Dr. Tim Lopez, Head of Education and Training bei der gicom AG, Propsteistraße 21, 51491 Overath, tim1b0ef0cdf4e641cfb1ca6c2739d9b76a.lopez@53d5f28f5efa401ab62147a136b71410gicom-group.com, Tel. 0151-14564256.

Fotos: gicom AG

Die gicom AG ist übrigens ein Mitmacher der ersten Stunde der Kampagne  "Kluge Köpfe arbeiten hier".
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