Was ist jetzt schon wieder SCRUM ? SCRUM ist ein englischer Begriff, heißt zu Deutsch „das Gedränge“, und bezeichnet die Innovationsmethode „Agiles Projektmanagement“.

Ist das Jugendsprache, ein Betriebssystem oder hat sich die EU das ausgedacht? Die Teilnehmer der Unternehmenswerkstatt der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) wissen, was gemeint ist: SCRUM ist ein englischer Begriff, heißt zu Deutsch „das Gedränge“, und bezeichnet die Innovationsmethode „Agiles Projektmanagement“. Drangvoll war es daher auch vergangenen Donnerstag im TechnologiePark Bergisch Gladbach.

Gerhard M. Becker, Geschäftsführer der Leichlinger IfB Unternehmensberatung, zog leicht verständliche Parallelen: „Im betrieblichen Alltag wird oftmals so getan, als wenn Entwicklungs- und Innovationsprojekte wie eine Pauschalreise ablaufen, deren Verlauf vom Projektstart bis zum letzten Tag planbar ist. Es gibt tagesgenaue Pläne und Meilensteine werden definiert.“

Aus Erfahrung weiß der Experte jedoch, dass durch geänderte Kundenwünsche, Unwägbarkeiten und technische Herausforderungen solche Projekte viel eher einer Rucksackreise mit vielen Wendungen, Verzögerungen, Überraschungen und Abenteuern sind. „So enden dann auch viele Projekte zeitverzögert, ohne brauchbare oder nur mit mittelmäßigen Ergebnissen, oder sie werden gar gänzlich abgebrochen“, resümiert Becker.

Darum empfiehlt er, das Agile Projektmanagement oder eben SCRUM anzuwenden. SCRUM ist ein bewährter Managementansatz, der die Komplexität der Projekte durch ein etappenweises Vorgehen reduziert und ohne nennenswerte Hilfsmittel auskommt. Dieser methodische Ansatz beruht auf den Prinzipien Eigendynamik, Kreativität, Effizienz, Transparenz, Selbstorganisation und Kooperation. Außerdem ist die Methode anwendbar für jede Branche und Teams jeglicher Größenordnung, wie sich bei den Teilnehmern aus Handwerk, Einzelhandel, Immobilienwirtschaft, Maschinenbau, Chemie, IT-Services sowie Dienstleistung und Beratung widerspiegelte.

Die Teilnehmer konnten aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die (Kunden-) Anforderungen insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen immer größer und komplexer werden. Vom Agilem Projektmanagement erhoffen sie sich eine Methode zur besseren Abwicklung von internen und externen Projekten zu finden und dadurch auch eine schnellere Entwicklung von Innovationen zu ermöglichen.

Doch dazu mussten die Vertreter aus den Unternehmen erst einmal ungewöhnliche Wege gehen und Papierflieger basteln. Das sieht ein bisschen nach lustigem Beisammensein aus, ist tatsächlich aber eine praktische Übung für Projektteams, die hier erfahren, wie sie gemeinsam den Flieger basteln, der am weitesten fliegt. Vorausgesetzt die Reichweite ist das Ziel. Lautet das Ziel, den schönsten Flieger zu basteln, sind andere Herangehensweisen gefragt. Was banal klingt, ist grundlegend und nur ein Teil des Agilen Projektmanagements: Das Ziel eines Projekts für alle Beteiligten gleich zu definieren und dabei verschiedene Wege der Zielerreichung zuzulassen.

„Mit dem RBW-Wirtschaftsforum zum Thema Innovationskultur im Frühjahr, zwei Unternehmenswerkstätten zum „Design Thinking“ und zum „Agilem Projektmanagement“ sowie dem Innovationsforum zum „Change Management“ im Dezember geben wir den Unternehmen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie ihren Innovationsprozess managen können“, berichtet Slawomir Swaczyna, Projektleiter für Innovations- und Technologieförderung bei der RBW. „Zahlreiche Unternehmen haben sich bei uns informiert und ich habe bei Betriebsbesuchen viele Einzelgespräche zu Innovationsstrategien geführt“. Neue Methoden halten also Einzug in die Firmen, auch die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Wirtschaft ist gezwungen, sich ständig neu zu erfinden, neue Produkte und Geschäftsmodelle zu finden, um bestehen zu bleiben. Die RBW will darum mit ihren verschiedenen Angeboten dazu beitragen, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit des Wirtschaftsstandortes Rhein-Berg zu fördern.

Ansprechpartner: Slawomir Swaczyna, Tel.: 02204/9763-15, E-Mail: swaczyna@daccfdfc274e4e5e99227ee60ecb140frbw.de

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