Energiekrise - wichtige Hinweise und Links 

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine blicken wir alle mit zunehmender Sorge auf die Entwicklungen am Energiemarkt und die damit verbundenen Folgen für die Unternehmen. Wir beobachten für Sie die sehr dynamische Entwicklung und sind gerne Ihr Ansprechpartner in der aktuell schwierigen Situation.

Unsere Angebote:

  • Beratungs- und Informationsgespräche u.a. zu potenziellen Wirtschaftshilfen und Liquiditätsengpässen
  • Fördermittelberatung im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz sowie neuer Energiekonzepte
  • Vermittlung von Experten u.a. zu den Themen Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke, dezentrale Wärmenetze, Nahwärmeverbünde, Ressourceneinsparungen
  • Identifikation von Good-Practice-Beispielen
  • Vernetzung betroffener Betriebe
  • Abstimmung mit allen wirtschaftsrelevanten Institutionen in der Region
    (z.B. IHK, Kreishandwerkerschaft, Agentur für Arbeit und Jobcenter)
  • Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern
    (z.B. Bergisches Energiekompetenzzentrum, Effizienzagentur NRW, NRW.Energy4Climate, DLR, FHdW Bergisch Gladbach, TH Köln, Universität Wuppertal, Universität Siegen)
  • Kontakt zu Bundes- und Landesministerien

Auf dieser Seite informieren Sie außerdem über den Stand der Vorgaben und Maßnahmen, geben erste Hinweise zu Beratungs- und Fördermöglichkeiten und vermitteln die Kontakte zu den Energieversorgern. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Volker Suermann oder Slawomir Swaczyna. 

Entlastung bei Strom- und Gaspreisen

Die Bundesregierung hat am 29. September über die geplanten Entlastungen bei Strom- und Gaspreisen informiert.  Diese sind im Papier "Wirtschaftlicher Abwehrschirm gegen die Folgen des russischen Angriffskrieges" zusammengfasst, das sie zum Download bereit stellt. Alle Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung der Bundesregierung.  

Gas: Mangel, Notfallplan, Szenarien

  • Die Gaslieferungen aus Russland sind stark zurückgegangen, die Gasspeicher sind als Folge der Ukraine-Krise stark gesunken und die Gaspreise steigen stark. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, gibt es den "Notfallplan Gas für Deutschland", Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung. Der Notfallplan Gas kennt drei Eskalationsstufen: Frühwarnstufe - Alarmstufe - Notfallstufe. Sobald die erste Stufe ausgerufen wird, tritt ein Krisenteam zusammen. Eine ausführliche Erklärung der Stufen finden Sie hier.
  • Die Bundesnetzagentur informiert über die aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland und verlinkt u.a. die FAQS zum Notfallplan Gas des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.
  • Sie erstellt zudem ausführliche Hintergrundinformationen und veröffentlicht auf diesen Seiten auch die jeweils aktuellen Gazszenarien, die als wichtige Planungsgrundlage dienen.

Energieeinsparverordnungen

Das Bundeskabinett hat zwei Energieeinsparverordnungen beschlossen, die  kurzfristig bzw. mittelfristig wirksame Maßnahmen vorsehen. Beide Verordnungen sind zu finden auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Kimaschutz. Sie gelten ab dem 1. September bzw. ab dem 1. Oktober 2022. 

Energiesparen in Unternehmen

  • Das Bundesministerim für Wirtschaft und Klima hat die Kampagne "80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel" aufgelegt. Hier finden Sie auch für Unternehmen Einsparpotenziale.
  • Bereits mit kleinen Optimierungen im Anlagenbestand und durch Verhaltensänderungen sind Energieeinsparungen möglich:

    1. Lastmanagement prüfen
    Überprüfen Sie ihr Lastmanagement, in dem Sie das Lastprofil von Ihrem Energieversorger anfordern. Ermitteln Sie die Grundlast und stellen Sie fest, wodurch sie verursacht wird. Gibt es Leistungsspitzen und wodurch werden sie hervorgerufen? Ist eine Lastverschiebung möglich?

    2. Mess- und Zählkonzept
    Überprüfen Sie, wie der Strom in Ihrem Unternehmen verteilt wird. Wo wird der Strom verbraucht und was sind die Hauptverbraucher? Führen Sie Messungen durch oder entscheiden Sie, ob Dauermessungen notwendig sind. Ist eine Fernauslese möglich und sind daraus Einsparpotentiale ableitbar? Tipp: Vermeiden Sie es, einen Datenfriedhof anzulegen!

    3. Mitarbeitermotivation
    Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter für Energieeffizienz und Klimaschutz. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter (Plakate, Flyer). Seien Sie ein Vorbild! Es muss ein fortlaufender Prozess des Umdenkens sein, vermeiden Sie eine Einmalaktion.

    4. Beleuchtung
    Überprüfen Sie Ihre Beleuchtung in der Produktionshalle. Ist die Halle optimal ausgeleuchtet? Vergleichen Sie Leuchtmittel, mittlere Brenndauer der Beleuchtung, den angenommenen Strompreis und die Investitionskosten für LEDs. Wie lang ist die Amortisationszeit bei einem Wechsel zur stromsparenden LED-Beleuchtung?

    5. Elektromotoren
    Die Anschaffungskosten müssen kleiner sein als die Energiekosten. Erstellen Sie eine Liste aller im Einsatz befindlichen Elektromotoren. Erwägen Sie Effizienzmaßnahmen (Wirkungsgradoptimierung, Einsatz effizienterer Motoren). Ist eine Drehzahlregelung durch Frequenzumrichter möglich?

    6. Druckluft
    Druckluft ist die teuerste Energieform, da circa 95 Prozent der eingesetzten Energie als Abwärme verlorengeht.

    Denken Sie über folgende Effizienzmaßnahmen nach:
    Leckagen vermeiden
    Anpassung der Druckluftverteilung
    Einsatz effizienter Kompressoren
    Energieoptimierte Steuerung
    Druckluftspeicherung
    Nutzung der Abwärme
    Druckluftaufbereitung

    7. Wärmeerzeugung
    Überprüfen Sie Ihre Heizungstechnik, ist sie umfangreich und eher hochintensiv? Nutzen Sie eine Heizung mit Gas, Öl, Holz, Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk (BHKW), Solarthermie, Hybrid, Elektro, Brennstoffzelle? Können andere Wärmequellen eingebunden werden (z.B. aus der Drucklufterzeugung)? Hier ist eine Beratung erforderlich!

    Mögliche Effizienzmaßnahmen sind:
    Hydraulischer Abgleich
    Thermostat runter drehen
    Wartung der Wärmetauscher
    Wärmeverteilung – Wärmedämmung der Heizungsrohre
    Pumpen: Ersatz ungeregelter Heizungspumpen durch geregelte Hocheffizienzpumpen

    Eine vorbeugende vorausschauende Wartung ist oft sinnvoll, um das Risiko von Ausfällen, Bränden, aber auch hohen Stromverbräuchen zu vermeiden. Beispiele: Vibrationsmessung, Temperaturmessung, Messung von Stromaufnahmen.

    8. Lastmanagement erneut prüfen
    Ist eine Einsparung bei der Grundlast durch Effizienzmaßnahmen möglich? Das reduziert den Grundpreis für die Energie an 8.760 Stunden im Jahr. Ist eine Reduzierung der Leistungsspitzen durch Verschiebung von An- und Abschaltvorgängen bei Verbrauchern möglich? Das reduziert den Leistungspreis.

    Quelle: IHK Düsseldorf 

Beratung zu Genehmigungsverfahren bei der Substituierung von Gas

Die Substituierung von Gas oder die zusätzliche Bereitstellung anderer Energieträger, gerade bei Anlagenbetreibern mit energieintensiven Vorgängen, bedarf einer umfassenden Betrachtung.

Hierbei kommt es zu Fragestellungen wie,

  • was ist zu beachten bei der Neuaufstellung von Heizöltanks?
  • welche rechtlichen Grundlagen sind bei der zusätzlichen Aufstellung eines Notstromaggregats, eines Dieseltanks oder auch eines Flüssiggas-Tanks zu beachten?
  • mit welchen Genehmigungszeiträumen ist zu rechnen?

Die Untere Immissionsschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises informiert und berät Unternehmern aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Kontaktdaten:

Untere Immissionsschutzbehörde des Umweltamtes des Rheinisch Bergischen Kreises
Tel.: 02202-13-2010
Mail: umwelt@rbk-online.de

Förderung und Beratung

Es gibt verschiedene Förderprogramme und Beratungsleistungen , die in der aktuellen Situation zur Anwendung kommen können. Wir informieren außerdem über weitere Fördermittel. Rufen Sie uns dazu gerne an!

Die technische Unternehmensberatung der Handwerkskammer zu Köln bietet ihren Mitgliedsbetrieben unter anderem im Hinblick auf deren Standorte und Werkstätten energetische Beratungen an, um Einsparpotenziale entdecken und Betriebsstätten nachhaltig und klimaschonend umgestalten zu können.
Kontakt: Christoph Nießen, Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT), Telefon 0221 2022-278

Energieversorger

Unternehmen sollten sich am besten mit ihrem Energieversorger in Verbindung setzen. Das sind in der Gebietskulisse des Rheinisch-Bergischen Kreises die folgenden:

Bildquelle: A.H.T. Syngas Technology N.V.
Stand: 30.09.2022

Kontakt

Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW)
Friedrich-Ebert-Straße 75
51429 Bergisch Gladbach

Telefon: +49 2204 9763-0
Telefax: +49 2204 9763-99

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