Insgesamt 18 Mobilstationen in allen acht Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises eingerichtet – Mobilstationen 2.0 sind nächster wichtiger Ausbauschritt

Insgesamt 18 Mobilstationen in allen acht Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises eingerichtet – Mobilstationen 2.0 sind nächster wichtiger Ausbauschritt

Die erste Mobilstation des Rheinisch-Bergischen Kreises wurde Anfang des Jahres in Wermelskirchen eröffnet, nun stehen den Bürgerinnen und Bürgern insgesamt 18 Mobilstationen kreisweit zur Verfügung. „Mit den 18 Stationen haben wir die Entwicklung nachhaltiger Mobilität in der Region einen sehr großen Schritt vorangebracht. Wir haben für die Bürgerinnen und Bürger damit ein hervorragendes vernetztes sowie umweltfreundliches Mobilitätsangebot geschaffen“, sagt Landrat Stephan Santelmann. Lediglich eine Station in Burscheid benötigt noch etwas Zeit, da hier ein neuer Busbahnhof am Badehaus errichtet wird. Mobilstationen umfassen verschiedene Verkehrsangebote in unterschiedlichen Kombinationen: Je nach Standort können Angebote wie E-Car- oder E-Bike-Sharing, Bus oder Bahn, der eigene PKW oder das Rad sicher, schnell und unkompliziert für die eigene Reise kombiniert werden. „Da es in Deutschland bisher noch kein flächendeckendes Netz von Mobilstationen in einem Landkreis gab, verfügen wir sogar über ein echtes Alleinstellungsmerkmal!“, so Landrat Stephan Santelmann weiter. Overaths stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Schloten fügt hinzu: „Mit den Mobilstationen haben wir ein gutes vernetztes Angebot geschaffen, dass auch die Menschen im ländlichen Raum dazu ermuntern kann, ihr eigenes Auto öfter stehen zu lassen.“

Damit die Mobilstation sofort mit allen Angeboten sichtbar wird und landesweit einheitlich und gut erkennbar ist, gibt es an jedem Standort eine Info-Stele im Design der landesweiten Kampagne „mobil.nrw“. Die Info-Stelen zeigen auf einem Blick, welche Mobilitätsangebote an dem jeweiligen Standort zu Verfügung stehen.

Weitere Informationen zu den Mobilstationen: www.rbk-mobilstationen.de.

Mobilstationen im September ausprobieren und erleben

Um den Bürgerinnen und Bürgern die Mobilstationen noch näher zu bringen, legt der Rheinisch-Bergische Kreis den Schwerpunkt der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche (EMW) auf die Vorstellung des neuen Angebots. Dafür wird gemeinsam mit kreisangehörigen Städten und Gemeinden ein abwechslungsreiches Programm für die Menschen in der Region auf die Beine gestellt. Beispielsweise wird es eine Dankeschön-Aktion für Nutzerinnen und Nutzer der Mobilstationen geben.

Ein erfolgreiches Kooperationsprojekt

Als Kooperationsprojekt werden die Mobilstationen in enger Zusammenarbeit mit den acht kreisangehörigen Kommunen sowie vielen Partnern aus dem Bereich Energie sowie Verkehr und Mobilität, wie der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK), der wupsi GmbH und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), fertiggestellt. Das Projekt ist Teil des Förderprogramms KommunalerKlimaschutz.NRW und wird damit aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Über die Bezirksregierung Köln wird die Förderung abgerufen. Von der REGIONALE 2025 erhielt das Projekt den A-Stempel, wodurch die regionale Bedeutsamkeit des Projekts hervorgehoben wird.

Mobilstationen 2.0 – So geht es weiter

Da die bisher umgesetzten Angebote der Mobilstationen gut angenommen worden sind, ist bereits die Weiterentwicklung des Projekts in Planung und Vorbereitung. So wird die Flotte der Bergischen e-Bikes im nächsten Jahr um 50 zusätzliche Räder erweitert. Außerdem soll es zukünftig unter anderem möglich sein, Lastenräder auszuleihen, um damit zum Beispiel auch mal schwere Einkäufe zu transportieren. Dafür wird in Bergisch Gladbach zunächst ein Pilotprojekt gestartet – los geht es ab 2023. Ein weiteres Ziel ist es, das Netz der Mobilstationen um neue Standorte zu erweitern.

Die Bausteine der Mobilstation im Detail

E-Carsharing – Verbindung der Verkehrstrends Sharing und Elektromobilität

Als Teil der Mobilstation ist das Sharing-Angebot der wupsi gestartet, das an 13 Stationen rund um die Uhr zur Verfügung steht. Insgesamt besteht die E-Carsharingflotte aus 13 Peugeots e-208. Das System ist stationsbasiert, die Fahrzeuge müssen am selben Ort zurückgegeben werden, an dem sie ausgeliehen werden. Registrieren kann man sich für das Carsharing bequem per „wupsiCar"-App, Website oder in einem wupsi-Kundencenter. Die einmalige Registrierung kostet zehn Euro, für VRS-Abokundinnen und -kunden entfällt die Gebühr. Die Überprüfung des Führerscheins erfolgt online oder in einem der Kundencenter der wupsi. Abgerechnet wird nach Stunde und Kilometer. Es stehen verschiedene Tarife zur Auswahl: Die Fahrzeuge können beispielsweise stundenweise, für 5 Euro pro Stunde und 21 Cent pro gefahrene Kilometer, oder pro Tag, für 40 Euro pro Tag mit 21 Cent pro Kilometer, ausgeliehen werden. Wer ein VRS-Abo besitzt, profitiert mit 10 Prozent Rabatt auf den Zeittarif je Buchung.

Fahrradboxen und Fahrradabstellanlagen – Fahrräder sicher unterbringen

Insgesamt 88 einstöckige und 47 doppelstöckige Fahrradboxen der RVK – auch Bike Hotels genannt – können Radlerinnen und Radler an 15 Standorten im Kreis zur sicheren Unterbringung ihrer Zweiräder nutzen. Wenige fehlende Boxen werden derzeit noch eingerichtet. Für die Ausleihe ist eine Registrierung unter mobile.fahrradparken.eu notwendig. Die Nutzung der Fahrradboxen der RVK kostet im Regeltarif für einen Tag einen Euro, für eine Woche fünf Euro, für einen Monat 15 Euro und für ein Jahr 90 Euro. Personen mit gültigem VRS-Aboticket erhalten einen dauerhaften Rabatt von 50 Prozent. Die Hälfte der Stellplätze stehen für Kurzzeitmieten mit einer Dauer von bis zu einer Woche zur Verfügung, um somit möglichst vielen Menschen eine flexible Nutzung zu ermöglichen. Die Boxen sind mit einer Höhe von 161 cm, einer Breite von 92 cm und einer Tiefe von 213 cm geräumig genug für die Unterbringung auch größerer Räder. Sie verfügen standardmäßig über eine LED-Beleuchtung, Kleiderhaken und eine Einschubschiene. Zusätzlich und ergänzend zu den Fahrradboxen sind an Standorten, an denen sehr viele Radlerinnern und Radler ihre Fahrräder abstellen, zusätzliche herkömmliche Abstellanlagen aufgestellt worden.

Bergisches e-Bike – bequem Radeln in Alltag und Freizeit

Bereits im Sommer 2020 ist das E-Bike-Verleihsystem der RVK als erster wichtiger Baustein der Mobilstationen gestartet. Auch dieser Baustein unterstützt gleichermaßen das Pendeln und die Freizeitmobilität. Insgesamt 103 Bergische e-Bikes stehen an 33 Stationen zur Ausleihe bereit. Damit lassen sich auch anspruchsvolle Topografien im Bergischen bequem erradeln. Um das Bike auszuleihen, muss man sich zuvor einmalig beim Betreiber nextbike registrieren. Das kann über mehrere Wege erfolgen: Zum einen ist dies direkt an den Stationen über die dort verbauten Terminal-Touchscreens möglich. Weiterhin kann man sich aber auch über die nextbike-App, die Homepage oder telefonisch registrieren (letzteres mit einer Gebühr von drei Euro). Im Regeltarif kostet die Ausleihe zwei Euro pro 30 Minuten. VRS-Kundinnen und -kunden können die Bikes für einen Euro pro 30 Minuten entleihen. Die Tageshöchstsätze liegen bei 18 beziehungsweise 12 Euro. Darüber hinaus gibt es einen günstigeren Übernachttarif sowie Monats- oder Jahrestarife.

Ladesäule – E-Autos kreisweit „tanken“

An 13 Standorten im Rheinisch-Bergischen Kreis stehen Ladesäulen als Bestandteil der Mobilstationen zur Verfügung. Hier folgen an wenigen Standorten noch die letzten Arbeiten. Diese sind von den örtlichen Energieversorgern AggerEnergie GmbH, BEW GmbH, BELKAW GmbH und der Stadtwerke Rösrath – Energie GmbH bereitgestellt worden. Die Ladeleistung jedes Ladepunkts beträgt jeweils 22 kW. Die Nutzung ist ohne Registrierung über einen QR-Code vor Ort über alle gängigen Ladekarten möglich. Mit grünem Strom der Anbieter kann zudem je nach Standort über die App „TankE-App“, „eCharge+“, „SWR-Ladekarte“ bzw. „ladepay“ das Auto geladen werden. Beim E-Tanken wird pro Kilowattstunde abgerechnet, die je nach Menge und Status als Stromkunde zwischen 29 und 43 Cent kostet. Damit wird es Bürgerinnen und Bürgern rund um die Uhr ermöglicht, ihre E-Fahrzeuge zeitgemäß aufzutanken.

Mitfahrbänke – Platz nehmen und Sprit sparen

Auch Mitfahrbänke sind Teil der ländlichen Mobilität. Es ist geplant, mehrere Mitfahrbänke in Leichlingen und Overath als Teil des Projektes im Kreis aufzustellen. Diese werden mit Richtungsschildern zu möglichen Zielorten versehen. Wer hier Platz nimmt, signalisiert vorbeifahrenden Autofahrerinnen und Autofahrern, dass er oder sie gerne in die angezeigte Richtung mitgenommen werden würde. Hier wird der Vorteil genutzt, dass man sich auf dem Land oft kennt und damit auch auf ein bekanntes Gesicht warten kann, wenn man nicht von Fremden mitgenommen werden möchte.

Park & Ride – Erleichterung des Umstiegs

Auch Park & Ride-Anlagen sind wichtig für den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Diese sind dort angelegt, wo ein guter und einfacher Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel möglich ist, um ein häufig angefahrenes Ziel wie die Stadt Köln zu erreichen. Bürgerinnen und Bürger können auf den Anlagen ihr eigenes Auto abstellen, in Bus oder Bahn einsteigen und somit einen Teil der Strecke klimafreundlicher zurücklegen.

Integration der Angebote in VRS-App – Inklusive Pilotprojekt „Mitfahrerbörse“

Ein entscheidendes Feature der Mobilstation ist die Integration in die bestehende „VRS Auskunft“-App. Die kostenlose VRS-App zeigt Bus- und Bahnverbindung inklusive Preisstufen an und ermöglicht die einfache Ticketbuchung über das Handy. Mit der App können Verkehrsmittelnutzerinnen und -nutzer sich demnächst übersichtlich über die unterschiedlichen Angebote der Mobilstation informieren und diese über die „Jetzt & Hier“- sowie die „Haltestellen“-Ansicht lokalisieren. Auch der Zugang zur Buchung einzelner Mobilitätsangebote wird vereinfacht. Im Rahmen des Projekts „Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis“ ist zudem die Integration von Mitfahrbörsen in die VRS-App als Pilotvorhaben gestartet. Dafür wird eine Schnittstelle eingerichtet, die es Anbietern von Mitfahrbörsen ermöglichen soll, sich direkt mit der VRS-App zu verbinden. Es wird nun getestet, ob und wie sich Mitfahrbörsen sinnvoll in die Welt des öffentlichen Personennahverkehrs integrieren lassen. Seit August 2021 gibt es den Test mit dem Kölner Start-up goFLUX. Wenn über die VRS-App eine Verbindung von A nach B gesucht wird, erfolgt im Hintergrund gleichzeitig eine Suche über das goFLUX-System nach entsprechenden Verbindungsangeboten. Ist das der Fall, wird die Fahrt in den Ergebnissen der VRS-Verbindungssuche als Alternative angeboten.

Foto Eröffnung Overath: Die Mobilstation in Overath ist eine von insgesamt 18 Stationen im gesamten Kreisgebiet ¬– hier bei der Eröffnung (v.l.n.r.): Projektbetreuerin der Bezirksregierung Köln Laura Urmersbach, AggerEnergie-Unternehmenssprecher Peter Lenz, Verkehrsdezernentin Elke Reichert, stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Schloten, Landrat Stephan Santelmann, RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank, wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski sowie VRS- und NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

Quelle / Bildquelle : Rheinisch-Bergischer Kreis/Joachim Rieger

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