Das Tischler-Handwerk nutzt den digitalen Wandel

Das Tischler-Handwerk nutzt den digitalen Wandel

Ein einzigartiges Projekt in Nordrhein-Westfalen hat in Bergisch Gladbach einen erfolgreichen Abschluss gefunden. 24 Tischler-Auszubildende haben an dem Pilotprojekt „digiTS – Digitale Tech-nologien in der Tischlerausbildung" teilgenommen. Erstmals hatten Auszubildende in der schulischen Ausbildung, die Möglichkeit mit einer digitalen Fräse zu arbeiten. Diese CNC-Maschine kostet weit über 100.000 Euro und die Anschaffung am Berufskolleg Bergisch Gladbach hat die Ausbildung für Tischler in Leverkusen, Rhein-Berg und Oberberg auf den neusten, digitalen Stand der Technik gebracht. Dies ist nicht nur eine wichtige Reaktion auf den digitalen Wandel, sondern hat auch den Dreiklang der Dualen Ausbildung von Betrieb, Berufsschule und überbetrieblicher handwerklicher Ausbildung für dieses Projekt neu sortiert. Kommunikation und Teamwork sind ganz zentral in den Mittelpunkt gerückt. Die Auszu-bildenden hatten in der Gruppe die Aufgabe ein Aufbewahrungsmöbelstück für ein Longboard zu entwerfen, zu planen und zu bauen. Aber auch Lehrer und Unternehmen waren in einem intensiveren Austausch, denn die Auszubildenden mussten für das Projekt zusätzlich freigestellt werden. Dritte Kommunikationsebene war die der Lehrer: Geplant haben die Schüler das Möbelstück am Berufskolleg Bergisch Gladbach und gebaut in der schulischen Werkstatt in Köln.

Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto, dankt daher noch einmal allen Beteiligten für ihren Einsatz: „Die Intention von ‚digi TS‘ ist, digitale Inhalte in die überbetriebliche Tischlerausbildung aufzunehmen, um die Fachkräfte von morgen im Umgang mit neuen Technologien fit zu machen. Außerdem ist die Verzahnung der Ausbildung zwischen Unternehmen, Lehrern der Berufsschule und Lehrern der überbetrieblichen Ausbildung einzigartig und vorbildhaft."

Einige Möbelstücke, die während des Projekts „digi TS" entstanden sind, sehen Sie auch beim Tag der offenen Tür des Berufskollegs Bergisch Gladbach – diesen Samstag, 3. Februar, von 9.00 Uhr bis 13 Uhr in der Bensberger Str. 134 – 146 in Bergisch Gladbach.

Für die am Projekt beteiligten Auszubildenden neigt sich ihre Tischler-Ausbildung dem Ende, sie beginnen derzeit mit der Konzeption ihres Gesellenstückes, haben diesen Sommer ihre Abschlussprüfung und werden hoffentlich noch vor den Sommerferien losgesprochen. Die Zukunft dieses Pilotprojektes geht im Frühjahr 2018 in die nächste Phase. Der Fachverband des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen hat für ganz NRW die Vision, bis zu acht Pilotschulen einzurichten und sich für eine Finanzierung beim Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen stark zu machen.

Weitere Informationen zum Hintergrund:

Die CNC-Maschine am Berufskolleg in Bergisch Gladbach ist bereits im Jahre 2014 von den Trägern des Berufskollegs und der Tischlerinnung Bergisches Land angeschafft worden. Seitdem haben nicht nur Schüler des Berufskollegs Bergisch Gladbach die Möglichkeit mit dieser digitalen Technik zu arbeiten, sondern es existieren auch Kurse für die Schüler des Berufskollegs Opladen und Berufskollegs Dieringhausen in Gummersbach. Die Investition in die digitale Technik war die Grundlage für das jetzt abgeschlossene Pilotprojekt „digiTS – Digitale Technologien in der Tischlerausbildung". Ins Leben gerufen haben es Betriebsinhaber aus den Tischlerinnungen Bergisches Land und Köln, das Berufskolleg Bergisch Gladbach und die Ausbildungsstätte der Handwerkskammer zu Köln, Butzweiler Hof. Im vergangenen Jahr haben die Akteure hierfür den Sonderpreis des Alfred-Jacobi-Preises verliehen bekommen, den Innovationspreis für das Tischlerhandwerk in NRW. Das Tischlerhandwerk befindet sich im Umbruch. Die Herangehensweise von Planung und Produktion ändert sich durch die digitale Technik in den Tischlereibetrieben. Vereinfacht formuliert wurde früher „Schritt für Schritt" geplant und gearbeitet - heute muss dagegen der gesamte Produktionsprozess vor dem Fertigungsbeginn vollständig durchgeplant und programmiert sein. Hierfür sind hoch qualifizierte Mitarbeiter erforderlich.

Weitere Informationen unter www.handwerk-direkt.de

Quelle: Kreishandwerkerschaft

zurück

Anfahrt

Geben Sie ihren Standort ein und starten Sie den Routenplaner: