Pilotprojekt „Betriebliche Pflegelotsen“ der Fachkräfteinitiative "Kluge Köpfe bewegen" am 05.09.2017 gestartet

Pilotprojekt „Betriebliche Pflegelotsen“ der Fachkräfteinitiative "Kluge Köpfe bewegen" am 05.09.2017 gestartet

Es passiert meist plötzlich und verändert alles

Wenn ein naher Angehöriger zum Pflegefall wird, gilt es viele Fragen zu klären und meistens kurzfristig Lösungen für den Alltag zu finden. Um die Mitarbeiter ihres Betriebes damit nicht alleine zu lassen, wollen sich nun elf Unternehmen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis an dem Pilotprojekt „Betriebliche Pflegelotsen“ der Fachkräfteinitiative „Kluge Köpfe bewegen“ beteiligen. Ziel ist es, im Unternehmen Ansprechpartner für Betroffene auszubilden, damit schnelle Hilfe garantiert wird.

Zum Auftakt am 5. September 2017 begrüßte Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke (Bild: vordere Reihe 4ter v.l.) die Unternehmensvertreter, die Beteiligten aus der Pflegeberatung der Kommunen sowie der Stadt Overath und die Vertreter der Fachkräfteinitiative, die dieses Pilotprojekt gemeinsam umsetzen. Der Rheinisch-Bergische Kreis ist Teil der Initiative und unterstützt die Maßnahmen und Ideen, die zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen. „Das Thema liegt mir sehr am Herzen, und darum beteiligt sich auch die Kreisverwaltung an dem Pilotprojekt. Denn eine sofortige Hilfe und nicht zuletzt die emotionale Unterstützung der Betroffenen sind in diesen Fällen von immenser Bedeutung“, sagte Landrat Dr. Tebroke dazu.

„Wir kennen die Problematik der Kinderbetreuung nur allzu gut. Dass es bei der Vereinbarkeit aber auch darum gehen kann, pflegebedürftige Angehörige zu betreuen, ist oft noch ein Tabuthema in den Unternehmen“, weiß Volker Suermann, Geschäftsführer der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW), die als Netzwerkkoordinator der Fachkräfteinitiative das Projekt federführend betreut. „Dem wollen wir begegnen und Mitarbeitende in Unternehmen als betriebliche Pflegelotsen schulen. Das heißt, kommt es im Kollegenkreis zu einem – meist kurzfristig aufgetretenen – Pflegefall in der Familie, kann sich der Betroffene an den Pflegelotsen wenden. Dieser gibt erste Hilfestellung im Pflege-Dschungel und hat Tipps, wo weitere Unterstützung erhältlich ist“.

Das gesamte Projekt ist auf ein Jahr angelegt und umfasst neben den drei Schulungsmodulen für die zukünftigen betrieblichen Pflegelotsen auch Informationsveranstaltungen für alle interessierten Mitarbeiter der am Projekt beteiligten Unternehmen. Die betrieblichen Pflegelotsen werden vor allem für die Situation pflegender Angehöriger sensibilisiert und lernen grundständiges Wissen im Bereich Pflege kennen. Ebenso werden die Hilfsstrukturen im Kreis sowie der Region thematisiert. Die Informationsveranstaltungen behandeln z.B. Themen wie „Gesund bleiben als pflegender Angehöriger“.

Der betriebliche Pflegelotse soll aber nicht die bereits vorhandenen qualifizierten Beratungsstellen ersetzen, sondern in Zusammenarbeit mit ihnen eine schnelle und praktische Hilfe organisieren. Dabei wird der Lotse die Belange des Unternehmens beachten müssen, denn der Mitarbeitende, der Angehörige pflegt, braucht auch die Unterstützung seines Arbeitgebers. Der wiederum kann sich positiv profilieren, in dem er ein solches Angebot bereitstellt. In Zeiten des Fachkräftemangels sicher ein wichtiges Kriterium für die Wahl eines Arbeitgebers.

Noch bis zum 22. September können sich weitere Unternehmen für die Teilnahme an dem Projekt anmelden. Ihre Ansprechpartnerin ist die Netzwerkkoordinatorin der Fachkräfteinitiative Bianca Degiorgio. Sie ist erreichbar bei der der RBW unter Telefon 02204/9763-21 oder per Mail unter degiorgio@d5ad7b40c1734c2e8424997fadd1f74arbw.de.

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